Samsung Galaxy J4 Plus im Test: Galaktisches Feeling für unter 200 Euro?

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Samsung Galaxy J4 Plus im Test: Galaktisches Feeling für unter 200 Euro?

Fast so groß wie das Galaxy Note 9, aber deutlich günstiger: Das Galaxy J4 Plus verspricht galaktisches Feeling für unter 200 Euro. Was das Smartphone kann und worauf ihr verzichten müsst, klärt der Test.

Das Galaxy J4 Plus verspricht echtes Samsung-Feeling für unter 200 Euro. Was das Smartphone kann und worauf ihr verzichten müsst, erfahrt ihr im Test.

Fast so groß wie das Galaxy Note 9, aber deutlich günstiger: Das Galaxy J4 Plus verspricht galaktisches Feeling für unter 200 Euro. Was das Smartphone kann und worauf ihr verzichten müsst, klärt der Test.

Das Galaxy Note 9 ist Samsungs bislang größtes und teuerstes Smartphone. Rund 1000 Euro müsst ihr für das 6,5 Zoll großes Gerät hinlegen. Geht das nicht auch etwas günstiger? Doch, das geht! Für alle Nutzer, die nicht so viel Geld in ein Smartphone investieren wollen, hat Samsung die preisgünstige J-Serie im Angebot, zu der auch das Galaxy J4 Plus gehört. Das Gerät bietet für einen Bruchteil des Preises unter anderem ein 6 Zoll großes Display, ist damit also fast so groß wie die teuren Samsung-Giganten Galaxy S9 Plus (6,4 Zoll) und und Galaxy Note 9 (6,5 Zoll). Das Motto: viel Display für wenig Geld. Aber, so viel sei jetzt schon verraten, der Deal hat nicht nur Vorteile.

Wie fühlt sich das Galaxy J4 Plus an?

Das gilt allerdings nicht bei der Verarbeitung. Direkt aus der Box macht das Galaxy J4 Plus einen sehr guten Eindruck. Klar, einen Edelstahlrahmen darf man hier nicht erwarten. Dafür glänzt die Rückseite mit einer Glas-Optik. Damit ähnelt das Gerät den höherpreisigen Galaxy, fühlt sich aber nicht so edel an. Immerhin: Die Verarbeitung ist top. Da knarzt und wackelt nichts. Auf einen wirksamen Staub- und Wasserschutz müsst ihr aber verzichten. Den bietet aber aktuell kein Smartphone in dieser Preisklasse. Ansonsten fällt das Galaxy J4 Plus dadurch auf, dass etwas fehlt. Denn einen Fingerabdrucksensor gibt es weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite. Welche folgen das hat, dazu kommen wir gleich.

Vorn soll das Gerät durch ein sogenanntes Infinity-Display überzeugen. So nennt Samsung die schicken, zu den Seiten abgerundeten Bildschirme bei der S- und Note-Serie, die nur sehr wenig Rand übrig lassen. Beim J4 Plus bleibt der Begriff ein Werbeversprechen. Ränder sind auf jeder Seite deutlich erkennbar. Von der Unendlichkeit keine Spur. Aber auch hier macht der Preis die Musik. Bei unter 200 Euro darf man von einer Designabteilung nicht zu viel erwarten.

Stimmt die Leistung?

Apropros Bildschirm: Statt eines knalligen OLED- kommt ein LC-Display zum Einsatz, das Inhalte mit 1480 x 720 Bildpunkten anzeigt. Die Wiedergabe von Full-HD-Videos kommt also nicht in Frage. Stattdessen seht ihr euch Videos im sogenannten HD+ an. Das kann den Spaß trüben, wenn man auf Hosentaschenkino mit vielen Effekten steht, weil manche Details durch die geringe Auflösung verloren gehen. Um mal einen Clip auf YouTube oder Instagram zu schauen, reicht es dann aber doch.

Ansonsten sorgt die verbaute Hardware für Entschleunigung im Leben. Nicht, weil etwa Funktionen wie Googles Digital Wellbeing an Bord sind, sondern weil im Galaxy J4 Plus nicht der stärkste und schon gar nicht der neueste Prozessor arbeitet. Da ist es normal, dass das Öffnen einer App etwas länger dauert, als auf besser ausgestatteten Telefonen. Bis die Kamera-App einsatzbereit ist, vergeht gefühlt eine Weile. Schnelle Schnappschüsse fallen damit flach. Dazu kommen kleine Ruckler beim Scrollen durch die Menüs.

Effekt- und hardware-lastige Spiele wie „PUBG Mobile“ haben wir deswegen erst gar nicht installiert. Andere beliebte Games wie „Fortnite“ werden vom J4 Plus nicht unterstützt. Wer aber nur mal eine Runde puzzeln oder kniffeln will, der schafft das auch mit Samsungs günstigem Smartphone. Dauert halt nur ein wenig. Gängige Leistungstest spiegeln diesen Eindruck mit mauen Ergebnissen wieder. Insgesamt macht es wenig Spaß, sich durch die Menüs zu ruckeln.

Was taugt die Kamera?

Eine Überraschung gibt es bei der Kamera. Die Fotos, die man mit der 15-Megapixel-Knipse aufnimmt, wirken tatsächlich lebensecht und überzeugen durch natürlich wirkende Farben und sehen in der Galerie auf dem Smartphone sogar ganz gut aus. Später am PC solltet ihr aber nicht zu nah heranzoomen. Dann wird es schnell grobkörnig. Für Instagram und Co. reicht es aber gerade so noch.

Samsung selbst verspricht außerdem starke Bilder bei Nacht. Das kann das Galaxy J4 Plus allerdings nicht einhalten. Mit anderen Worten: Irgendwo auf den Testfotos im Dunkeln hat jemand einen Hund versteckt. Der wird erst richtig sichtbar, wenn man den Blitz einschaltet. Videos nehmt ihr maximal in Full-HD bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Für gute Ergebnisse braucht ihr hier aber nicht nur genügend Licht, sondern auch ein sehr ruhiges Händchen.

Für Selfies steht euch eine Kamera mit fünf Megapixeln zur Verfügung. Auch hier sehen die Bilder so lange gut aus, bis man sie sich am Computer ansieht. Zusätzlich zum normalen Modus spendiert euch Samsung ein paar Effekte, die es eigentlich nicht braucht: Die Porträt-Funktion soll eigentlich nur den Hintergrund unscharf machen, schneidet Haare und Brille aber nicht gut aus und der Beauty-Modus zeigte auch keine Ergebnisse. Letzteres mag natürlich auch am Tester liegen. Manchmal ist einfach nichts zu retten.

Was muss ich noch wissen?

Der interne Speicher beläuft sich auf 32 Gigabyte, von denen ihr nach dem ersten Einschalten noch 22,4 GB zur Verfügung habt. Per microSD-Karte könnt ihr zusätzlich bis zu 512 GB nachrüsten. Der Akku mit 3300 mAh hält länger als einen Tag durch. Eineinhalb Tage sind bei moderater Nutzung drin.

Den fehlenden Fingerabdrucksensor will Samsung durch eine Gesichtserkennung wieder wett machen, die das Gesicht im Test allzuoft aber gar nicht erkannte. Der Weg zum Homescreen führte in diesem Fall immer über den Touchscreen. Da der Hersteller ohnehin darauf hinweist, dass euch ähnlich aussehende Personen das Smartphone eventuell auch mit ihrem Gesicht entsperren können und die Gesichtserkennung nicht so sicher sei, wie PIN oder Passwort, sollte ihr lieber gleich auf eine der beiden letzten Optionen zurückgreifen und die biometrische Funktion außen vor lassen.

Für etwas Galaxy-Feeling sorgt dann noch die Software. Auf dem Galaxy J4 Plus ist Android 8.1 Oreo installiert. Darüber legt Samsung seine Oberfläche Samsung Experience. Diese zeichnet sich durch bunte Icons aus. Bei seinen teureren Geräten ist der Hersteller allerdings schon einen Schritt weiter: Auf Galaxy Note 9 und Co. läuft mittlerweile Android Pie samt neuer Oberfläche One UI. Fürs Galaxy J4 Plus gibt es immerhin regelmäßig Sicherheitsupdates. Diese trudeln zwar nicht monatlich, aber wenigstens einmal im Quartal ein.

Galaktisches Gefühl für unter 200 Euro

Für den Preis in Ordnung. Zu dem Schluss kommen wir bei vielen Funktionen des Samsung Galaxy J4 Plus und das ist auch unsere abschließende Meinung: Das Smartphone ist gerade noch ok, wenn man nicht auf der Suche nach einem schnellen Gerät für aktuelle Spiele ist oder unterwegs viele Filme schaut. Für WhatsApp, soziale Netzwerke und den einen oder anderen Schnappschuss reicht es gerade noch. So richtig nach Galaxy und Premium fühlt sich das J4 Plus aber nicht an.

Eine günstige und vielleicht bessere Alternative ist das Motorola Moto G7 Play. Das Smartphone ist neuer, mit 149 Euro noch etwas günstiger und der Hersteller garantiert euch mindestens ein Update auf die kommende Android-Version. Einzig auf NFC müsst ihr beim Motorola-Smartphone verzichten. Wer mobil mit Google Pay bezahlen möchte, ist tatsächlich mit dem Galaxy J4 Plus besser dran.

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