Huawei Mate 20 Pro im Performance-Test: Vollgas mit Schluckauf

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Auf dem Papier ist die Ausstattung des Huawei Mate 20 Pro durchaus beeindruckend. Der Kirin 980 ist der erste 7-Nanometer-Prozessor für Smartphones und bringt nicht eine, sondern gleich zwei NPU-Einheiten für KI-Aufgaben mit. Eine Mali-G76 MP10 sorgt für die Grafikpower, 6 GByte Arbeitsspeicher stehen zur Verfügung. So muss das bei einem Android-Flaggschiff im Jahr 2018 auch sein.

Zunächst rücken wir dem Huawei Mate 20 Pro mit den üblichen Benchmarks zu Leibe. Die spiegeln zwar nicht unbedingt die Leistung im Alltag wieder, bieten aber eine gute Vergleichbarkeit in verschiedenen Aspekten. Die Tests von 3DMark beanspruchen vor allem die Grafikleistung, mit Geekbench lassen sich die einzelnen Kerne und deren Zusammenspiel testen und mit PassMark der Speicher bewerten. 

Huawei Mate 20 Pro Benchmarks

  3DMark Sling Shot Extreme 3DMark Sling Shot Vulkan 3DMark Sling Shot 3DMark Ice Stroem Extrem Geekbench 4 (Single/Multi) PassMark Memory PassMark Disk
Huawei Mate 20 Pro 3.564 3.335 2.648 37.330 3.326/9.726 31.071 75.478
OnePlus 6T 4.702 3.861 6.388 64.753 2.396/8.981 12.364 75.065
Samsung Galaxy S9+ 3.304 3.021 3.966 38.701 3.771/8.923 24.164 67.765

Auffällig sind die Schwankungen im Sling-Shot-Vulkan-Test, hier gehen die Punktzahlen in mehreren Durchläufen von über 4.000 auf knapp 2.200 Punkte runter. Auch der Memory-Test ist bei mehrmaligem Versuch nicht gleichmäßig, ebenso ist das Resultat im dritten Sling-Shot-Test überraschend niedrig ausgefallen.

Kirin 980 3 Der Hisilicon Kirin 980 ist das Herzstück des Mate 20 Pro. / © Huawei

Dafür zeigen Bestwerte in beiden PassMark-Wertungen, dass sich der schnelle Speicher vom Typ LPDDR4X mit bis zu 2.133 MHz, den der Kirin 980 als erster Smartphone-Chip unterstützt, positiv auswirkt, denn so schnell war noch kein Smartphone in unseren Tests an dieser Stelle. Auch in der Multi-Core-Wertung liegt das Mate 20 Pro vor allen anderen Smartphones.

Wichtiger als Benchmarks ist aber die Alltagsleistung, und da gibt es über das Mate 20 Pro nichts zu meckern. Apps starten deutlich schneller als bei den meisten anderen Smartphones und auch viel flotter als beim Huawei P20 Pro. Alle Spiele, die wir ausprobiert haben, laufen vollkommen flüssig und problemlos, und auch mit vielen parallel laufenden Apps im Multitasking hat das Mate 20 Pro kein Problem – anders als das Google Pixel 3. Die Schwankungen in den Benchmarks scheinen sich in der Praxis nicht negativ auszuwirken

Hier verbrennt sich keiner die Finger

Ein Wort noch zur Hitzeentwicklung, denn die war beim Huawei P20 Pro ein Problem – das Smartphone wird bei ordentlicher Beanspruchung so warm, dass es an den Fingern unangenehm wird. Das Mate 20 Pro zeigt sich hier viel entspannter, es heizt sich nur ein wenig auf und wird auch nach langen Spiele-Sessions oder vielen Benchmarks nicht übermäßig heiß.

huawei mate 20 pro 01 Außen schick, innen stark – das ist das Huawei Mate 20 Pro. / © AndroidPIT

Was bringt die zweite NPU im Kirin 980?

Einen besonderen Blick hat die KI-Leistung des Kirin 980 verdient, denn der neue Chip hat eine zweite NPU an Bord, die bei Machine-Learning-Anwendungen für deutlich mehr Dampf sorgen soll. Das ist nur schwer im Alltag nachzuvollziehen, aber im AI-Benchmark von Ignatov Andrey legt das Mate 20 Pro tatsächlich fast 50 Prozent auf das Resultat des P20 Pro mit dem Kirin 970 drauf. Eine deutliche Verbesserung!

Auffällig ebenso: Unser Exemplar des P20 Pro läuft bereits unter Android 9 Pie und EMUI 9 und erzielt mit der neuen Software gut 1.000 Punkte mehr in dem Benchmark als der Durchschnitt für dieses Modell. Auch die Software spielt also eine Rolle, das große Update verbessert auch auf dem P20 Pro die KI-Leistung.

huawei mate 20 pro ai benchmark Im AI-Benchmark erzielt das Mate 20 Pro deutlich mehr Punkte als das P20 Pro. / © AndroidPIT

Huawei muss an der Software arbeiten

Apropos Updates: Mit denen muss Huawei die Performance des Mate 20 Pro natürlich weiterhin verbessern. Auch wenn im Normalbetrieb keine Schwierigkeiten zu bemerken sind, irritieren die starken Schwankungen in manchen Tests und die häufigen Abbrüche bei 3DMark. In Sachen Software hatte das Mate 20 Pro ohnehin keinen allzu guten Start, und auch jetzt fehlen noch Funktionen, etwa der 3D-Scanner. Unter dem Strich ist das Smartphone mit dem Kirin 980 aber sicher eines der schnellsten Modelle auf dem Markt.

Was glaubt Ihr, kann das Huawei Mate 20 Pro mit den anderen Top-Smartphones in Sachen Performance mithalten?

This article was originally posted on AndroidPIT

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